ATMOSPHÄRE UND GEBRAUCH

 

Beobachtung und Vortrag zur Bildung von Atmosphäre in der Architektur / Innenarchitektur.

 

Der Mensch externalisiert Kultung und Dinge in den Naturzustand und schafft so seine komplett eigene Welt. Er baut seinen Geist in den Außenraum und manifestiert ihn. Atmosphäre von Architektur wirkt einerseits auf der Ebene des Körpers und des Materiellen, nämlich als Wahrnehmung über unsere Sinne empfangen. Das betrifft, Licht, Düfte, Formen, Fabren, Strukturen, Materialien, Töne. Doch es gibt ein weit aus größeres und anspruchsvolleres Feld der Irrationalen, das sich um Architektur vernetzt.

 

Der Mensch hat selbst Vergangenheit erlebt und entwickelt daraus positive sowie negative Assoziationen zu Räumen und Dingen. Das heißt er ist vorbehalten oder begeistert, je nach dem. Gleichzeitig hat auch das Ding Vergangenheit erlebt, die spürbar sein kann. Die sich aber vorallem dann bemerkbar macht, wenn man darüber bescheid weiß. Das heißt es gibt inhaltlich und historisch aufgeladene Orte.

 

Eine besondere Atmosphäre schafft der Gebrauch. Hier geht der Mensch mit seinen eigenen Dingen eine einge Beziehung ein. Er bekennt sich zu ihrem Aussehen, ihren Funktionen und ihren Geschichten. Er verbindet sich so mit ihnen und dadurch werden sie Teil seiner selbst. Es ist zu beobachten, das Anhäufungen von Gegenständen in Räumen, wie das Menschen tun, wenn sie wohnen, – niemals ohne den Bewohner zu betrachten und zu beurteilen sind. Der Bewohner gibt ihnen die Existenzberechtigung in der Summe. Er erzeugt Verbindlichkeit, ja sogar Liebe zu seinen Dingen. Diese Liebe ist die nachhaltigste Form des Schutzes von Ressourcen und des Bewahrens vor der Entsorgung. Und die romantischste...

 

Lektüre: Gaston Bachelard, "Poetik des Raumes"